Groß-Umstadt/Dieburg/Darmstadt. Wenn irgendwo das Blaulicht aufleuchtet, beginnt für die meisten Menschen der Moment, in dem Hilfe kommt. Für Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst beginnt dann der Einsatz. Sie fahren los, während andere Abstand halten oder den Ort des Geschehens verlassen.
Doch diejenigen, die helfen, sind selbst nicht immer sicher.
Wie aktuell dieses Thema auch in der Region ist, zeigte zuletzt ein Vorfall in Reinheim. Bei einem Brandeinsatz in Zeilhard wurde ein Feuerwehrmann massiv beleidigt und bedroht. Der Vorfall sorgte auch bei Reinheims Bürgermeister Manuel Feick für deutliche Reaktionen. Der Bericht von Echo Online beschreibt den Vorfall als Beispiel dafür, dass Einsatzkräfte während ihrer Arbeit immer wieder mit Anfeindungen konfrontiert werden.
Für Lucca Mai aus der Medienarbeit des DRK-Kreisverband Dieburg war das ein Anlass, nicht nur darüber zu sprechen, sondern etwas sichtbar zu machen.
Gemeinsam mit der Feuerwehr Klein-Umstadt, dem Polizeipräsidium Südhessen und dem DRK Rettungsdienst entwickelte er innerhalb kürzester Zeit die Idee für ein gemeinsames Reel zum Tag des Respekts.
Das Motto: „Einsatz verdient Respekt.“
An mehreren Drehtagen entstand Material aus dem Alltag von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst. Dabei sollte kein klassischer Imagefilm entstehen. Im Mittelpunkt standen vielmehr die Einsatzkräfte selbst.
Den Anfang machte die Feuerwehr Klein-Umstadt. Gemeinsam mit Daniel Heil und Marla Gunkel entstanden Aufnahmen, die den Feuerwehralltag möglichst authentisch zeigen. Einsatzkleidung, Ausrüstung, Fahrzeuge und die Vorbereitung auf einen Einsatz gehörten ebenso dazu wie die Menschen hinter der Uniform.
Am Abend wurde es besonders realistisch. Am Farmerhaus in Groß-Umstadt wurde gemeinsam mit der Feuerwehr Klein-Umstadt und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern des DRK-Ortsvereins Groß-Umstadt ein Verkehrsunfall für die Aufnahmen nachgestellt. Mit Rettungswagen, Nebelmaschine und entsprechender Ausstattung entstand eine kontrollierte Einsatzsituation.
„Uns war wichtig, nicht nur das Blaulicht zu zeigen. Wir wollten die Menschen zeigen, die dahinterstehen“, erzählt Mai.
Am darauffolgenden Tag ging es zum Polizeipräsidium Südhessen nach Darmstadt. Dort wurde Mai von Nadine Enders und ihrem Kollegen Johannes Radeck aus dem Bereich Social Media unterstützt.
Auch hier ging es um möglichst authentische Bilder aus dem Polizeialltag. Verkehrskontrolle, Diensthunde, Einsatzsituationen und die Vorbereitung auf einen Einsatz wurden filmisch umgesetzt.
Begleitet wurde Mai dabei von der DRK-Schülerpraktikantin Nina Engel und dem FSJler für die Schularbeit, Felix Lehr. Für beide war der Drehtag gleichzeitig eine besondere Gelegenheit, einen Einblick in die Arbeit der Polizei zu bekommen.
„Gerade diese persönlichen Einblicke waren mir wichtig“, erklärt Mai. „Hinter jeder Uniform steht ein Mensch. Jemand, der vielleicht gerade seinen Dienst beginnt und nicht weiß, was ihn in den nächsten Stunden erwartet.“
Am Mittwoch wechselte das Produktionsteam zum DRK-Ortsverein Groß-Umstadt. Im Rettungswagen entstanden gemeinsam mit Jörg Heil und Adrian Lynn Schulz vom Rettungsdienst weitere Aufnahmen.
Ausrüstung, Funk, Vorbereitung und die Zusammenarbeit im Team wurden in Szene gesetzt. Auch hier ging es weniger um spektakuläre Bilder sondern um die alltäglichen Abläufe, die für Außenstehende häufig unsichtbar bleiben.
„Wir sehen das Blaulicht, den Rettungswagen oder das Polizeiauto. Aber wir sehen oft nicht, was dahintersteckt“, sagt Mai. „Menschen, die ihre Arbeit machen, Verantwortung übernehmen und losfahren, wenn andere Hilfe brauchen.“
Nach den Dreharbeiten begann die eigentliche Arbeit. Von Mittwochvormittag bis Freitag wurde das Material gesichtet, sortiert und geschnitten. Aus den Aufnahmen der drei Organisationen entstand schließlich ein rund 90 Sekunden langes Reel.
„Wenn du Blaulicht siehst … ist jemand für dich da.“
Es folgen schnelle Bilder aus dem Alltag von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst. Einsatzfahrzeuge fahren los, Einsatzkräfte machen sich bereit, Funkgeräte werden aufgenommen, Ausrüstung wird angelegt.
Dann ändert sich die Stimmung.
Im Mittelpunkt stehen Zahlen zu Einsatzkräften, die im vergangenen Jahr Opfer einer Straftat wurden. Anschließend kehrt das Reel zu den Menschen zurück, die trotz dieser Realität ihren Dienst antreten.
Die zentrale Botschaft lautet:
„Angriffe auf diejenigen, die helfen, dürfen niemals zum Alltag werden.“
Und schließlich:
„Wer uns schützt, verdient unseren Schutz.“
Für Mai ist das Projekt deshalb auch mehr als eine Produktion für Instagram.
„Wir wollten einen Moment schaffen, in dem man kurz innehält und darüber nachdenkt, was es eigentlich bedeutet, wenn jemand für uns ausrückt“, sagt er.
Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst arbeiten in unterschiedlichen Bereichen und mit unterschiedlichen Aufgaben. Im Einsatz verbindet sie jedoch etwas Entscheidendes: Sie sind für andere Menschen da.
Genau das soll das gemeinsame Reel sichtbar machen.
Einsatz verdient Respekt.
Artikel: 02.10.2026 / 10:41 Uhr